Das Didgeridoo besteht aus einem 1 bis 2,50 m messenden Abschnitt eines Eukalyptusstammes, der von Termiten ausgehöhlt wird. Die licht- und temperaturempfindlichen Termiten beschränken sich hierbei auf das extrem harte und trockene Kernholz des noch lebenden Baumes und meiden das Feuchtigkeit führende Splintholz, das für sie vermutlich auch toxisch wirkt.
Aus einigen bisher sehr seltenen Hinweisen in Form von Malereien wird im allgemeinen gefolgert, dass die ersten Instrumente aus dem leichter zu bearbeitenden Bambus bestanden. In einigen Fällen wurden auch Stämme des Pandanus-Baumes verwendet, dessen weicher Kern herausgearbeitet werden kann. Erst seit der Einführung von Metall-Werkzeugen ist Eukalyptus das vorherrschende Material.
Das Mundstück besteht zum Schutz der Lippen lediglich aus einem Wachsring, der bei günstig gewachsenen oder gut verarbeiteten Instrumenten fehlen kann.
Vereinzelte Exemplare für besondere zeremonielle Funktionen sind aufwändig bemalt, diese Art der Bemalung wird inzwischen jedoch meistens speziell für den touristischen Verkauf angefertigt.
Aufgrund der einfachen Bauweise und des touristischen Wertes werden viele Didgeridoos inzwischen in rationalisierter Massenbauweise im außeraustralischen Ausland gefertigt, z. T. aus anderen Materialien wie z. B. Teakholz (aufgebohrt) und Bambus, u. a. auch in Indonesien (von wo aus sie auch nach Australien reimportiert werden).
Als „Aerophon“ ist ein wichtiges klangbildendes Element des Didgeridoos die schwingende Luftsäule. Die Länge und Form dieser Luftsäule bzw. die Abfolge verschiedener Volumina, gebildet durch Verengungen, Aufweitungen, Fraßspuren etc., ist entscheidend für das Klangbild des jeweiligen Instrumentes. Die physikalischen Grundlagen, die für die individuelle Klangcharakteristik eines Didgeridoos bestimmend sind, wurden in letzter Zeit hinreichend beschrieben sodass inzwischen Simulationen und Analysen von Didgeridoos möglich sind.
Bereits eine einfache zylindrische Röhre reicht für die grundsätzliche, didgeridootypische Klangbildung aus. Daher kann der Klangeffekt des Didgeridoos genauso aus Röhren erzeugt werden, die aus einem anderen Material gefertigt sind, wie Pappe, Glas, Kunststoffe (z. B. zurechtgeschnittene oder mit aufgesteckten Erweiterungen versehene Plastikrohre aus dem Baumarkt), Faserverbundstoffe (GFK) u. ä. Die Härte und Schwingfähigkeit des Materials beeinflusst hierbei die Klangqualität.
Vielfach können auch andere Instrumente aus der Familie der Blechblasintrumente mit tiefen Tönen mit didgeridoo-typischen Techniken gespielt werden, z. B. Tuba, Posaune, Alphorn. Da hier aber nicht der Grundton angespielt wird, ist das Obertonspektrum sehr viel schwächer ausgeprägt. Steckbare Alphörner können nach Entfernung des obersten Abschnittes brauchbare Didgeridoos ergeben.
Gelegentlich wird darauf hingewiesen, dass auch an anderen Orten weltweit Naturhörner didgeridooähnlich gespielt wurden. Dieses ist zwar möglich, aber der schlüssige Nachweis ist problematisch, da die Tonaufzeichnungsmethoden bis ins 20. Jahrhundert relativ schwach entwickelt waren. Insbesondere jedoch die Lure und die noch älteren Irischen Hörner haben ein Klangpotential, das eher auf sanftes, grundtonbezogenes Obertonspiel mit didgeridoo-ähnlichen Techniken denn auf die bisher vorausgesetzte trompetenartige Verwendung hinzuweisen scheint.
Trotz ihrer rein optischen und klanglichen Ähnlichkeit werden tibetische Langposaunen, afrikanische Kuhhorn- und Holztrompeten sowie papuanische Bambus-Langflöten nicht mit didgeridooähnlichen Techniken gespielt. Entscheidend ist hierbei auch, dass diese Instrumente nicht auf dem Grundton gespielt werden. |